Anreise ins Paradies Sardinien

Um in den Urlaub oder zu einem Geschäftstermin nach Sardinien zu reisen, bedarf es einiger Vorbereitungen. Sardinien ist bekanntlich eine Insel und lässt sich dadurch nicht so einfach erreichen wie beispielsweise Rom oder Mailand auf dem Festland. Nachfolgend geben wir ein paar nützliche Tipps und Ideen für die Anreise nach Sardinien.

Das wohl einfachste Verkehrsmittel, um schnell nach Sardinien zu reisen, ist das Flugzeug. Von mehreren großen und kleineren Flughäfen starten je nach Saison mehr oder weniger häufig Flugzeuge ohne Zwischenstopp zu den drei größten sardischen Flughäfen (Cagliari, Olbia und Alghero). Die wichtigsten Flugverbindungen findet ihr hier. Weitere Flüge mit Zwischenstopp beispielsweise in Rom oder Mailand sind oft täglich und zu verschiedenen Uhrzeiten verfügbar.

Wer mit dem Flugzeug anreisen möchte, braucht natürlich einen Transport von Zuhause zum Flughafen. Das kann man je nach eigener Situation verschieden organisieren. Zum Einen kann man das eigene Auto nehmen und direkt zum Flughafen fahren und dort oder in der näheren Umgebung parken. Je nach Aufenthaltsdauer kann dies kostspielig werden. Eine andere Variante ist das Anmieten eines Mietwagens, den man für den Anreise- und den Abreisetag benötigt. So braucht man sich nicht um Parkplätze, Parkplatzgebühren o.Ä. kümmern. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, mit der Bahn zum Flughafen zu reisen. Hier sollte man bei längeren Fahrstrecken ggf. auf die vergünstigten Tickets Rail und Fly zurückgreifen.

Für Bahnliebhaber, die von Deutschland nach Sardinien reisen möchten und dabei die sehr schönen Landschaften Deutschlands, der Schweiz, Österreichs und Italiens genießen wollen, müssen einige Umstiege, ggf. Taxifahrten und eine Fährüberfahrt in Kauf nehmen. Es ist sicherlich eine interessante aber doch zeitaufwendige und sehr organisationsintensive Reisemethode.

Wer sich hingegen entscheidet, mit dem Auto fahren zu wollen, weil man bequem und unabhängig am Reiseziel sein möchte, aber trotzdem die lange Strecke ggf. von Norddeutschland bis in die Nähe der entfernten Fährhäfen Genua, Livorno, Piombino, Civitavecchia, Savona Vado Ligure gefahren werden möchte, kann eine der vielen Autozugverbindungen der Deutschen Bahn wählen. Der Vorteil dabei ist sicherlich, dass man die Benzin- und Mautpreise größtenteils umgeht und sich während der Bahnfahrt auf seinen Urlaub oder den Geschäftstermin staufrei entspannt vorbereiten kann. Da die Verbindungen vorwiegend über Nacht sind, spart man zudem wertvolle Zeit.

Für diejenigen, die das Auto selbst nach Sardinien lenken möchten, können auf ein sehr gut ausgebautes Autobahnsystem in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz zurückgreifen. Es ist jedoch zu beachten, dass außer in Deutschland in allen anderen Ländern Straßenbenutzungsgebühren auf Autobahnen in Form einer Maut zu entrichten sind. In der Schweiz und in Österreich benötigt man Vignetten, in Italien wird eine kilometerabhängige Straßenbenutzungsgebühr fällig. Zu dem werden je nach Fahrtroute Passgebühren, wie am Brenner (direkt nach Innsbruck) fällig. Es zahlt sich aus, auf den Autobahnen zu bleiben und ggf. Umwege hinzunehmen als ggf. kürzere Straßen durch die Alpen zu wählen. Wer beispielsweise von München nach Livorno reist, sollte über die A8 bis zum Dreieck Inntal und weiter über Innsbruck fahren und nicht den kürzeren Weg über Mittenwald nehmen. Wer über den Bodensee nach Genua fährt muss einkalkulieren, dass nicht die gesamte Strecke Autobahn ist und mehr Zeit benötigt wird. Zum San-Bernardino-Tunnel geht es über kurvige Straßen hoch, der Tunnel selbst ist knapp 7 km lang und dann geht es wieder kurvig nach unten. Plant also für alle Routen reichlich Zeit ein, damit die gebuchte Fähre ohne Stress und Hektik erreicht werden kann. Die Straßenwahl ist natürlich Geschmack- und Zeitsache. Wir empfehlen die schnelleren Verbindungen.

Wenn man dann nach langer erschöpfender Fahrt am Fährhafen angekommen ist, geht es je nach Fährverbindung mehr oder weniger schnell am Tag oder in der Nacht nach Sardinien.

Es gibt verschiedene Fährgesellschaften, die euch nach Sardinien bringen. Wichtige Anbieter sind Saremar, Moby, Tirrenia, Grandi Navi Veloci (GNV), Sardinia Ferries, Grimaldi und SNAV in Verbindung mit GNV. Bei allen Fährgesellschaften gibt es oft unterschiedliche Vergünstigungen, z. B. bei bestimmten Rabattaktionen, für Inhaber von Bonuskarten (Automobilclubs, Einkaufskarten etc.) und in bestimmten Buchungszeiträumen.

Die Fährschiffe sind vom Parkplatz her wie ein großes Parkhaus mit mehreren Etagen und mehreren Aufgängen und Aufzügen. Merkt euch gut den Platz, wo ihr geparkt habt, denn ansonsten wird das Wiederauffinden des Autos in der hektischen Ausfahrtphase sehr mühselig. Nach dem Autoabstellen die Handbremse fest anziehen, Gang einlegen oder die Parkstufe einlegen, denn je nach Seegang bewegt sich das Schiff und die Autos darin entsprechend mit. Die Spiegel klappt man am Besten auch ein, da die Durchgänge sehr schmal sind. Vergesst bitte nichts Wichtiges im Auto, denn nach Ablegen der Fähre werden alle Türen zu den Parkdecks verschlossen und werden erst bei Ankunft wieder geöffnet. Lasst keine Wertsachen im Auto!

Für die Fährüberfahrt empfiehlt es sich, einen kleinen Kabinenkoffer mit den notwendigsten Dingen für die Übernachtung auf der Fähre vorzubereiten, da große Koffer in den kleinen Kabinen oder Schlafsesselräumen eher hinderlich sind. Für die Verpflegung stehen gewöhnlich Selbstbedienungsrestaurants, Restaurants und Bars zur Verfügung.

Wenn ihr dann schließlich das bezaubernde Sardinien betreten habt, richtet euch bitte nach den Verkehrsregeln. Wichtig ist beispielsweise, dass außerhalb von Ortschaften mit Abblendlicht zu fahren ist, in jedem Fahrzeug ist eine Warnweste mitzuführen und dann anzulegen, wenn man z.B. wegen einer Panne oder eines Unfalls auf der Straße liegen bleibt. Die Geschwindigkeitslimits sind teils unterschiedlich im Vergleich zu Deutschland, innerhalb von Ortschaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, außerhalb sind es 90 km/h. Es gibt nur eine Superstrada (SS), auf der seit 01.02.2012 streckenweise eine Geschwindigkeit von 110 km/h erlaubt ist. Es ist die SS 131 zwischen Sanluri und Bauladu, genau zwischen km 44 und km 108. Ansonsten gilt das Geschwindigkeitslimit von 90 km/h für alle anderen Superstradas (Automobilklubs sagen teilweise etwas Anderes!). Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind ggf. vor Fahrtantritt noch einmal zu prüfen. Hierfür übernehmen wir keine Garantie. Autobahnen gibt es in Sardinien nicht.

Die Einhaltung der Geschwindigkeiten und Verkehrsregeln (insbesondere Alkohol- und Drogentests) wird immer häufiger von der Polizei mit Kontrollpunkten sowie festen und mobilen Radaranlagen kontrolliert. Italien ahndet Verkehrsverstöße härter als Deutschland.

Ansonsten gibt es einige Baustellen, in denen die Geschwindigkeiten teilweise drastisch herabgesetzt werden. Es ist äußerste Vorsicht beim Durchfahren von Baustellen geboten, denn sie werden oft nicht so gesichert, wie es in Deutschland gemacht wird. Passt auch in Tunnels auf, da deren Beleuchtung teilweise sehr rar ist.

Für alle Nichtautofahrer besteht die Möglichkeit, sich mit öffentlichen Bussen und Bahnen fortzubewegen. Auskünfte über die Fahrpläne von Bussen und Bahnen können über die Flughafeninternetseiten oder bei ARST und Trenitalia  eingeholt werden. Es gibt weitere private Anbieter, die Buslinien bedienen aber aufgrund der Übersichtlichkeit nicht näher dargestellt werden sollen. Den örtlichen Tageszeitungen können auch die wichtigsten Verbindungen mit An- und Abfahrtszeiten von Flughäfen und Häfen sowie zwischen größeren Städten entnommen werden.

Wer sich mit einem privaten Shuttle oder Transfer chauffieren lassen möchte, sollte darauf achten, dass das Unternehmen offiziell angemeldet ist. Es gibt wie in Deutschland auch in Sardinien schwarze Schafe unter den Transportanbietern, die Personen ohne entsprechende Berechtigungen und Versicherungen befördern. Vergewissert euch vor Buchung oder Fahrtantritt darüber. Gesparte 5 Euro können in einem Schadensfall schnell sehr teuer werden.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben oder Wartezeiten hinnehmen zu müssen, sollten alle Tickets, Vignetten, Unterkünfte und Transfers im Voraus gebucht werden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s